Umgang mit Naturgefahren

Der Umgang mit Naturgefahren wird zunehmen zu einem zentralen Thema in der Kulturguterhaltung. Über Jahrunderte wurden Kenntnisse zu lokalen und regionalen Naturgefahren überliefert und traditionellerweise gefährdete Gebiete oder Räume gemieden. Mit zunehmendem Siedlungsdruck und technichen Möglichkeiten gerieten diese Aspekte in Vergessenheit. Man baute an unsinnigen Orten und glaubte durch Technik alles im Griff zu haben - zumindest solange sie funktioniert. Museen und Depots wurden ins Gundwasser oder in Hochwasserzonen gebaut. Gebäude wurden umgenutzt und teilweise übernutzt. Schwachstellen wurden ignoriert oder "technisch saniert".

Mit der sich verändernden Klimasituation reichen nun die getroffenen Massnahmen in vielen Fällen nicht mehr aus. Nicht immer lässt sich mit Technik der Natur entgegentreten. Nicht alles was heute bautechnisch machbar ist, erscheint im Kontext der Kulturguterhaltung mit seiner sehr langfristigen Perspektive sinnvoll.

Seit geraumer Zeit hat - nicht zuletzt wegen versiegender finanzieller Mittel - zaghaft ein Sinneswandel eingesetzt und Projekte werden nun weider vermehrt auf ihre Nachhaltigkeit und Resilienz hin beurteilt. Dies trifft in besonderem Masse für Depots zu, da die Sammlungsbestände ob des schieren Umfangs oft nicht kurzfristig ausgelagert (evakuiert) werden können. Wir sehen Ansätze in eine positive Richtung, aber zuweilen auch nach wie vor ein Beharren auf der technischen Machbarkeit mit ggf. fatalen Folgen in der Zukunft.

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 Kölner Schokolademuseum bei Hochwasser ...

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... und im Normalzustand.

Wir behalten die Natur bei unseren Beratungen und Planungen im Auge und setzen auf einfache Lösungen, wobei zuweilen schmerzhafte Entscheide zu vertreten sind. Die langfristige Erhaltungsperspektive erscheint uns jedoch wichtiger als der kurzfristige Effekt.